Stadt.Land.Flux.: Kiezhebammen zur Haftpflichtproblematik


PROGRAMM-HIGHLIGHTS

12:10 Uhr
Isabelle Kunze

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Kiezhebammen

Ab dem Sommer 2015 haben freiberuflich tätige Hebammen keine Haftpflichtversicherung mehr, und das führt dazu, dass der Berufsstand quasi vor dem Aus steht. Der Grund ist die Berufshaftpflicht: Die Nürnberger Versicherung steigt zum 1. Juli 2015 aus den beiden letzten verbliebenen Versicherungskonsortien für Hebammen aus. Nun ist offen, wer die Hebammen dann noch versichert.

Das würde einen Zusammenbruch der Versorgung mit Geburtshilfe bedeuten, denn es bedeutet Berufsverbot für die freiberuflichen Hebammen. Ohne Haftpflichtversicherung dürfen sie weder Geburten zu Hause, im Geburtshaus oder als Beleghebamme in der Klinik betreuen noch Schwangeren- und Wochenbettbetreuungen annehmen. Der Markt für die Versicherung von Hebammen reguliert sich nicht mehr selbst. Die Folgen sind dramatisch, der Beruf ist akut von der Vernichtung bedroht, eine selbstbestimmte Geburt ist für die meisten Frauen nicht mehr möglich. Die Hebammen fordern deshalb eine politische Lösung.

Eine Petition gibt es auf change.org.

Rettet unsere Hebammen

Darüber reden wir mit der Berliner Hebamme Isabelle Kunze: Sie ist glücklicherweise persönlich nicht betroffen, da sie mit 3 Kolleginnen eine eigene Praxis im Kungerkiez eröffnet hat. Sie nennen sich die Kiezhebammen. Wir wollen mehr über ihre Arbeit erfahren und aus aktuellem Anlass über die Probleme ihrer Berufsgruppe sprechen.


Wir diskutieren mit unseren Hörern über alles, was sie und uns bewegt: von Mindestlohn bis Currywurst, von Kitaschein bis Tweet des Tages. STADT.LAND.FLUX. ist die Institution für Information und Interaktion. Radio mit Rückkanal: on air, online & on topic. Für euch am Mikrofon: Diane Hielscher und Simon Dömer.



18.02.2014

Stadt.Land.Flux.

18. Februar 2014
10 - 13h

4 Kommentare zu “Stadt.Land.Flux.: Kiezhebammen zur Haftpflichtproblematik”

  1. Maud

    20. Februar 2014 um 10.34 Uhr

    Es ist keine Krankheit, einverstanden. Hebammen sind genauso unersätzlich wie Ärzte zur Vorsorge, auf verschiedenen Ebenen.
    Dann ist die Aussage auch überflüssig, dass dieselben Fähigkeiten wie der Arzt vorhanden sind.

  2. Rebecca

    18. Februar 2014 um 17.52 Uhr

    Eine Hebamme ist keine Ärztin, eine Schwangerschaft ist keine Krankheit.

  3. lisbeth

    18. Februar 2014 um 14.50 Uhr

    hebammen erlernen handwerk. sie fuehlen und bewertenmit hilfe ihrer haende. und sie nehmen sich zeit. fur sorgen, angste, launen. auserdem sibd sie rectlich ebenso fur die scgwangerenvorsorge zustandigwie aerzte

  4. Maud

    18. Februar 2014 um 12.25 Uhr

    Also die Aussage sie könnte dasselbe wie der Arzt finde ich sehr sehr bedenklich und ziemlich gefährlich. Im Ernstfall kann sie nichts verschreiben und ohne Ultraschall kann man nunmal wenig Aussagen zu Misbildungen oÄ sagen…
    (Was nicht heisst, dass ich Hebammen wichtig und ersetzbar finde. Sie sollten unbedingt erhalten werden und haben dem Arzt auch manchmal viel voraus).