Against Me!, Boy George & Damien Jurado

Against Me! – Transgender Dysphoria Blues

Dieses Album klingt nicht nur wie ein Triumph, es ist einer. Die größte Nachricht mit der Against Me! vor zwei Jahren rausrückten, war schließlich keine Albumankündigung sondern vielmehr der Fakt, dass Sänger Tom Gabel fortan als Laura Jane Grace leben wird. Transgender Dysphoria Blues ist die erste Platte, die Against Me! also mit einer Sängerin veröffentlichen. Gender Disphoria, also Geschlechtsidentitätsstörungen, ist – wie der Titel vermuten lässt – auch inhaltlich das Thema dieses Konzeptalbums über das Leben einer transsexuellen Prostituierten. Musikalisch gibt es 29 Minuten hook-lastigen Punk-Rock. Fans wird die hormonbedingt höhere Stimmlage auffallen, aber sonst: Alles wie immer!

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Boy George – This Is What I Do

 

Denkt man an Boy George, hat man wahrscheinlich bunte, sehr bunte Bilder im Kopf, die irgendwas mit Drogen zu tun haben, und im Hintergrund läuft „Karma Chameleon“. Verdammt viel Klischee, dass George O’Dowd, so sein bürgerlicher Namen, selbst aufgebaut hat – sich aber nun gerne davon lösen würde. Mit This Is What I Do veröffentlicht der 52jährige nun ein Album, für das er die Stimme tiefer, den Sound zu recht und die Erwartungen wieder höher schraubt. Mit Bowie und Nico im Hinterkopf macht Boy George eine Klangwelt auf, die von Reggae über Rock und Punk bis hin zu Disco alles in sich aufsaugt, was die 70er zu bieten hatten. This Is What I Do ist ein romantisch-verklärter Aufbruch in eine neue musikalische Ernsthaftigkeit.

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Damien Jurado – Brothers And Sisters Of The Eternal Son

 

Der aus Seattle stammende Songwriter Damien Jurado fliegt seit Mitte der 90er knapp unter dem Hype-Radar. Mit der Rolle des begnadeten, aber unterschätzten Musikers kann er sich jedoch gut arrangieren. Und auch Jurados mittlerweile 11. Album wird wieder nicht den großen Durchbruch bringen. Auf Brothers and Sisters of the Eternal gibt es keinen gefälligen Folk, keine Mitsing-Refrains. Stattdessen erzählt Jurado skurrile Geschichten von Autounfällen, Alpträumen, UFOs und dem Teufel. Seine Stories kleidet er diesmal vor allem in psychedelische Sounds: „I think this is the most psychedelic record I have ever made. There’s lots of eclectic music on this record. Soul-influence being one of them. Bands like King Crimson, even Ronnie James Dio, believe it or not.“ So klingt Brothers And Sisters Of The Eternal Son als hätten die Flaming Lips mit Bob Dylan zusammen ein Musical geschrieben. Damien Jurado ist und bleibt ein Querdenker und Geschichtenerzähler. Gut so.

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24.01.2014

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