Messer, The Shh und Matt Pryor

The Shh – All Things With Love

 

Paris, nicht gerade die Stadt der Indie-Bands. Chanson, Pop, Elektro ja, aber Indie-Rock aus Frankreich ist eher die Ausnahme. Schön, dass da jetzt The Shh vorbei kommen. Das Duo aus Drummer Ian Schranz und Sängerin Alison Galea greift gut in die E-Gitarre. Hier sind große The Kills-Fans am Werk. Alison Galea erlaubt sich ein bisschen mehr Zucker in der Stimme als Alison Mosshart, auch die Musik ist etwas zarter, aber unterm Strich fühlen wir uns doch sehr an das britisch-amerikanische Duo erinnert. Nicht, dass hier jemand denkt All Things With Love, so der Albumtitel, sei nur eine schlechte Kills-Kopie – im Gegenteil. Ein paar Ecken und Kanten mehr hätten dem Debüt von the Shh allerdings nicht geschadet.

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Matt Pryor – Wrist Slitter

The Get Up Kids waren wohl eine der besten Emo-Bands – damals Ende der 90er Jahre als Emo noch kein Schimpfwort war. Doch nach ihrem Meisterwerk Something To Write Home About kam nicht mehr viel von der Band aus Kansas. Get Up Kids-Mastermind Matt Pryor zog sich zurück auf seine Farm, schrieb Musik für Kinder und kümmerte sich um seine Kühe. Doch das Musizieren konnte Pryor zum Glück nie richtig lassen. Mit Wrist Slitter erscheint jetzt sein 3. Solo-Album – Wrist Slitter klingt dabei wie die alten Get Up Kids zu ihren besten Zeiten. Hier gibt es wieder Emo-Pop mit College-Rock-Anleihen. Aufgelockert wird durch Country und Folk-Zitate. Der Rest ist Power Pop. Eigentlich macht Matt Pryor nicht viel mehr, als sein Erbe, aber, hey, das macht immer noch Spaß.

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Messer – Die Unsichtbaren

Ein altes Erbe verwalten auch Messer aus Münster. Auf ihrem zweiten Album Die Unsichtbaren klingen The Cure und Joy Division durch. Sänger Hendrik Otremba wütet wie Mark E. Smith von The Fall. Messer lassen die gute Seite der neuen Deutschen Welle neu aufleben. Sie zitieren Malaria, verbeugen sich vor den Fehlfarben und entwickeln eine kalte Düsternis wie DAF. Da passt es auch, dass Otremba derzeit über den Retro-Diskurs promoviert. Die Unsichtbaren könnte glatt als seine Abschlussarbeit durchgehen. So eine Dringlichkeit spürte man zuletzt nur bei Turbostaat. Jetzt müssen sich Messer nur noch von ihren Vorbildern befreien.

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22.11.2013

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