Mogwai, Warpaint & Andreas Dorau

Mogwai – Rave Tapes

Mogwai haben wie kaum eine andere Band dem Post-Rock ihren Stempel aufgedrückt. Seit 20 Jahren loten die Schotten die Tiefen des Genres in alle Richtungen aus. Ihr Sound ist dabei mehr als der immer gleiche Wechsel von ruhigen und brachialen Passagen. Mit ihren zuletzt fast ambient-haften Tracks sind sie völlig unerwartet sogar eine Chartband geworden. Trotzdem schert sich das Quintett nicht um Erwartungshaltungen. Rave Tapes heißt das mittlerweile achte Mogwai-Album. Und auch hier folgen sie weiter den Spuren ihrer Soundtrack-Arbeiten: Weniger Gitarren, mehr elektronische Elemente, keine Überraschungen. Alles fließt ruhig dahin. Rave Tapes ist Stagnation auf verdammt hohem Niveau.

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Warpaint – Warpaint

Für Warpaint aus L.A. war der Druck groß. Denn die vier Frauen gelten seit ihrem Debüt-Album als „Queens des Underground“. 3 Jahre feilte das Quartett am zweiten, selbstbetitelten Album. Als Produzenten holte man sich Flood, der zuletzt den Foals den nötigen Schliff gab. Herausgekommen ist ein homogener, schwermütig dahin fließender Indie-Rock-Sound, aus dem leider nur zwei Songs so richtig herausstechen. Warpaint ist eine ambitionierte Platte, die am Ende leider etwas schlapp macht.

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Andreas Dorau – Aus der Bibliothèque

Im Zirkus der Musikindustrie tanzt er schon seit über 30 Jahren, jetzt feiert der Pionier der Neuen Deutschen Welle seinen 50. Geburtstag. Selbst kein Fan von Feierlichkeiten, wurde Andreas Dorau von seinem Label davon überzeugt, nicht nur eine Werkschau, sondern auch ein neues Album zu veröffentlichen. Über Wochen verbrachte Dorau täglich Stunden in der Hamburger Stadtbibliothek und suchte Songthemen. Auch die Musik kommt aus der Bücherei. Tütenweise wurden CDs mit nach Hause geschleppt und bekannte Popsongs nach verwertbaren Akkordreihenfolgen durchforstet. „Akkordschemen sind ja nun mal nicht schützbar, und bevor ich da jahrelang auf ’nem Klavier ‚rumdrücke und am Ende doch da rauskomme, dachte ich, so könnte man den Prozess vielleicht abkürzen. Texte hatte ich meistens schon fertig, und so sind die Stücke entstanden.“, so Dorau. Aus der Bibliothèque ist das erste Dorau-Album seit 1988, das nicht am PC, sondern mit Band entstand – und zwar mit der Liga Der Gewöhnlichen Gentlemen. Die Herren mussten strikt spielen, was sich der Wahlhamburger ausgedacht hatte.  Mit Texten von Wolfgang Müller, Justus Köhnke und Sven Regener, ist Aus der Bibliothèque eine durch und durch stilechte Dorau-Platte geworden. Voller Dorau- Melodien und Themen, die die Welt bewegen: Flaschenpfand, Bienen, Elementlehre…

 



17.01.2014

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