The Sounds, My Kung-Fu und Die Höchste Eisenbahn

The Sounds – Weekend

Die großen Zeiten, die großen Hits von The Sounds sind jetzt auch schon eine ganze Weile her. 2002 erschien das Debüt Living In America, vier Jahre später der Nachfolger Dying To Say This To You – beide Hitlieferanten erster Kajüte. Heute ist das schwedische Quintett bereits seit über 10 Jahren zusammen und der Zahn der Zeit nagt auch an ihnen. Auf ihrem neuesten Werk Weekend geben sich The Sounds alle Mühe, ihren jugendlichen Groove am Leben zu halten. Und schaffen es teilweise sogar: Der Opener „Shake Shake Shake“ zum Beispiel ist treibender Indie-Rock mit einem ordentlichen Refrain, wie wir es von Maja Ivarsson und ihren Jungs am liebsten haben. Doch auf die Länge der Platte geht der Band ihre jugendliche Dringlichkeit etwas verloren. Trotzdem: kurzweiliger Indie-Rock, um mal wieder die Haare durchzuschütteln.

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My Kung-Fu – Repeat Spacer

Ein-, zwei-, dreimal muss man die kunstvolle CD-Verpackung aufklappen, bis man zum Tonträger gelangt. Statt eines Booklets gibt es verschiedene Kärtchen, mit Fotos und Songtexten, die man außerdem als Wechselcover in das Fenster auf der Vorderseite der CD schieben kann. So viel liebevollen Aufwand wie in die Verpackung, steckt Domi Schreiber natürlich auch in die Musik, die er unter dem Namen My Kung-Fu veröffentlicht. Frickeliger Songwriter-Pop mit charmant deutschem Englisch, bei dem es an allen Ecken unerwartet geräuschelt. Repeat Spacer, das zweite Album des Schweizers, kann man auflegen, wenn man sich einfach mal treiben lassen will. Auf der Couch oder in der U-Bahn.

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Die Höchste Eisenbahn – Schau in den Lauf, Hase

 

Auf Tour lernten sich Tele-Sänger Francesco Wilking und Songwriter Moritz Krämer kennen. Beide schreiben melancholische Pop-Songs über den alltäglichen Irrsinn. Zusammen nennen sie sich jetzt Die Höchste Eisenbahn. Nach einer EP mit Gastsängerin Judith Holofernes, erscheint nun das Debüt-Album der Band. Ohne Holofernes, dafür mit Max Schröder. Auf Schau in Den Lauf Hase fahren sie Achterbahn mit den Gefühlen. Es geht um Weltschmerz, Liebeskummer und Alltagsflucht. Musikalisch wie textlich wird es manchmal kitschig, ohne peinlich zu wirken. So schreckt die höchste Eisenbahn auch nicht vor 80er-Soft-Pop zurück. Und wer bei „Raus aufs Land“ nicht heimlich eine Träne verdrückt, der ist aus Stein. Die Höchste Eisenbahn ist sehr emotional und sehr persönlich, aber immer mit einem Augenzwinkern unterwegs.

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08.11.2013

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