UNMAP, Shearwater und Paper & Places

UNMAP – Pressures

Auf manchen Platten steht einfach so fett Berlin, dass man es gar nicht leugnen könnte, selbst wenn man wollte. So zum Beispiel beim Debüt von UNMAP. Die Köpfe der Band sind die Irin Mariechen Danz und der Berliner Alex Stolze, den man auch als ein Drittel von Bodi Bill kennt. Mit zwei weiteren Musikern haben die beiden nun Pressures veröffentlicht, zehn Songs, die der perfekte Soundtrack für das Ströpern durch verlassene Berliner Fabriken sind. Düster und industriell klingt es, mit Mariechens Gesang, von dem man nie so genau sagen kann, ob er gerade schmeichelt oder anklagt. Thematisch setzen sich UNMAP mit ihrer Umwelt auseinander – große Gefühlen und wie man sie zähmt, die Probleme der Welt und wie man sich zumindest damit arrangieren kann. So klingt Berlin 2013.

 

Shearwater – Fellow Travelers

Eigentlich sollte es kein Album werden, vielleicht eine kleine EP zwischen der letzter Platte Animal Joy und der nächsten. Die Mitreisenden, die Shearwater auf ihrer Tour begleiteten, sollten durch Cover ihrer Songs gewürdigt werden. Coldplays Christ Martin zum Beispiel, oder Sharon Van Etten. Aber wie das immer so ist, manchmal entwickeln Dinge eben ein Eigenleben. Als Sänger Jonathan Meiburg den betreffenden Künstlern seine Idee vortrug, wollten die dann auch noch selbst mitmachen. Die Bedingung war allerdings, dass niemand bei seinem eigenen Song mitspielen durfte. Und so finden wir auf Fellow Travelers nun neue Version von Songs aus der Feder von St. Vincent, Coldplay, oder Xiu Xiu, jeweils von Shearwater und einer anderen Band interpretiert. Wenn man das Album als das sieht, was es ist, nämlich ein Projekt zwischen zwei vollwertigen Alben, dann ist es ein schöner Durststreckenüberbrücker.

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Paper & Places – No Home

Fast immer, wenn eine neue Indie-Band aus Deutschland ein Album rausbringt, hat Sir Simon Frontzek etwas damit zu tun. So auch diesmal wieder, beim Debüt von Paper & Places, wo Frontzek den Produzenten gab. Das Trio ist das neueste Signing von Thees Uhlmanns-Label Grand Hotel van Cleef und klingt auch so. Einfacher Indie-Pop, der als unpeinlich und seifenblasenbunt angepriesen wird. Ganz gut, die Jungs aus Regensburg. Aber eben nur ganz gut. FluxFM-Tipp: Eine Ecke, eine Kante, mal was wagen, und dann wird auch aus euch vielleicht ein interessanter Act. So lange ist No Home ein schönes, kurzweiliges Hintergrundgeräusch.

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07.12.2013

1 Kommentar zu “UNMAP, Shearwater und Paper & Places”

  1. Kim Tanner

    29. November 2013 um 13.53 Uhr

    Interview mit den großartigen Unmap gibt’s hier: http://artistxite.de/de/magazine/interviews/100459/Interview-mit-Unmap-Musik-ist-eines-der-staerksten-Mittel-um-Emotionen-zu-erzeugen.html