Kurzwahl: Andachtsraum

Die Bundestagswahl steht an und da wird wieder systematisch mit mehr oder weniger klaren Begriffen um sich geschmissen. Die meisten hat man zwar schon mal irgendwann in der Schule gehört, aber wie das alles nochmal genau funktioniert – das weiß man oft nicht mehr. Damit ihr nicht ins schleudern kommt, bei den abendlichen Kneipendiskussionen frischt FluxFM Kurzwahl euer Wissen auf.

Im ersten Obergeschoss des Reichstagsgebäudes zwischen Treppenhaus, Aufzügen und Toiletten liegt der sogenannte Andachtsraum. Er soll die Abgeordneten zu „Meditation und innerer Einkehr anregen“ und dient der Besinnung. Gestaltet hat den Raum der Düsseldorfer Künstler Günther Uecker, eingerichtet wurde er Ende der 1990er Jahre.

Der Andachtsraum ist bewusst interkonfessionell angelegt: es gibt eine aufwändig gestaltete Bibel, eine steinerne Kante im Boden weist den Weg Richtung Jerusalem und Mekka. Vor einem Altar aus Granit stehen eigens entworfene Stühle und Bänke. An der Wand lehnen 7 hohe Holzbildtafeln, gestaltet mit Nägeln, Farbe, Sand, Asche und Steinen, auf einem ist eine Kreuzform zu erahnen. Auch eine kleine Holzorgel gibt es im Andachtsraum.

Während der Sitzungswochen erklingt jeden Donnerstagmorgen Glockengeläut vom Kölner Dom – vom Band. Um 08.45 versammeln sich dann so zwischen 10 und 15 Parlamentarier im Andachtsraum zu einer christlichen Morgenandacht. Ein Politiker liest einen Psalm oder eine kurze Bibelstelle, – ab und zu kann es auch mal vorkommen, dass die Abgeordneten gemeinsam ein Lied anstimmen.



02.07.2013

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