Naschpirat

Naschpirat

Schöneberg, Bautzenerstraße14, hinter dem blauen Gitter des Ladenschaufensters, hat eine zuckersüße Peepshow Station gemacht. Wer unter 18 ist, darf nicht gucken… und was sieht man? Gummi-Vaginas, Gummi-Penisse, Gummi-Brüste und Gummi-Hintern… im Wortsinn zum Anbeißen! Denn die Peepshow ist vollständig essbar und befindet sich im Naschpiraten, dem Fruchtgummi Laden von Berlin Schöneberg.

Naschpirat Peepshow

Der Naschpirat himself führt den Laden –  bürgerlich heißt er übrigens Emmanuel Mangiapane. So zuckrig-verrucht ging es bei ihm nicht immer zu. Er ist eigentlich gelernter Dekorateur. 1992 beschließt er von Mannheim nach Berlin zu ziehen, studiert in Potsdam Design und als Abschlussarbeit kreiert er seinen ersten spacigen Fruchtgummi. Spätestens da ist alles klar: mit Fruchtgummis will er künftig sein Geld verdienen. Doch in einem 08/15-Konfektgeschäft will er nicht arbeiten. Deshalb gründet Emmanuel im Sommer 2008 den Naschpiraten, einen „Treffpunkt für Verrückte, so wie Piraten auch sind“, wie er sagt.

Naschpirat

Aufgereiht zwischen furchteinflösender Piraten-Deko mit Skeletten an den Wänden, Totenschädeln und Kokosnüssen samt Papagei am Tresen, da verstecken sich die Gummikreationen. Natürlich führt der Laden-Kapitän nicht nur erotische Gummi-Ware. Sein Sortiment umfasst Fruchtgummis und Schaumzuckerkreationen in allen Formen und Farben, wie Lakritz-Pistolen oder blutige abgehackte Ohren. Selbst echte Helden lassen sich in Fruchtgummi pressen, so wie sein Kosmonaut Juri, der zum Beispiel zum diesjährigen Jubiläumsjahr der Berliner Sternwarte zu Hauf bestellt wurde.

Naschpirat

Nicht nur Firmen stellen sich mit ihren Sonderaufträgen beim Naschpiraten an, auch Privatbestellungen sind möglich. Aber Achtung: ein eigenes Motiv entwerfen, das ist nicht ganz billig. Allein der Prototyp kostet mehrere hundert Euro.

Wo und mit welcher Rezeptur die Fruchtgummiunikate hergestellt werden, bleibt oberstes Piratengeheimnis. Verraten aber sei: sie sind alle lecker. Die Motive der süßen Köstlichkeiten dagegen, sind Geschmackssache. Einmal erlebt der Naschpirat eine Kundin, die – als sie entdeckte, dass sie einen Fruchtgummi-Penis im Mund hatte – einen riesen Austand machte und außer sich vor Wut war. Naja, nicht jeder versteht wohl den Naschpiraten und seine erotischen Artikel, die man doch bitte immer mit einem zwinkernden Auge sehen und vor allem naschen sollte…

Naschpirat

Bleibt einem wohl nichts anderes übrig als die Naschpiratenspelunke zu kapern und sich schon mal vorsorglich für den Winter den Magen vollzustopfen. In Schöneberg in der Bautzenerstraße14 beim U- und S-Bahnhof Yorckstraße findet ihr den Naschpiraten.

Übrigens, nicht nur dort ist er zu finden, auch mit seinem Bauchladen ist der Naschpirat des öfteren unterwegs, zum Beispiel bei den Lesungen im Miss Marple Krimibuchladen, den wir euch letzte Woche vorgestellt haben. Weitere Infos, wo und wann ihr euch mit Gummi-Zeug – auch der erotischen Sparte – versorgen könnt, erfahrt ihr unter www.naschpirat.de.


Der Beitrag zum Nachhören:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Autoren: Hariklia Woutsas, Anna Ellger



01.01.2012

Die Kommentare sind derzeit geschlossen.