Was wurde aus Michail Sergejewitsch Gorbatschow

Russland hat uns die letzten Tage viel beschäftigt, natürlich weil dort am Sonntag die Präsidenschaftswahlen stattgefunden haben. Und wie wir so am philosophieren und nachdenken waren – kam uns Gorbatschow in den Sinn. Und wir haben uns gefragt, was der denn eigentlich jetzt so macht. Und dann haben wir auch noch entdeckt, dass er am 2. März Geburtstag hat, als am letzten Freitag hatte – alles Gute nachträglich an dieser Stelle.

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Das wird sein berühmtester Satz werden, wenn auch in verkürzter Form: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ Am 6. Oktober 1989 ist der sowjetische Präsident zu Gast in Ost-Berlin – anlässlich des 40ten Jahrestages der Gründung der DDR. Während der Osten feiert – fordert der Westen die Mauer zu öffnen.
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Wenig später fällt die Mauer. Der Mann, der mit seiner Entspannungspolitik aus Glasnost und Perestrojka einen maßgeblichen Anteil daran trägt, wird 1990 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet: Michail Gorbatschow. Der Höhepunkt seiner politischen Karriere, die nur ein Jahr später – am 25. Dezember 1991 vorbei ist.

Er tritt zurück und wenige Tage später hört die UdSSR auf zu existieren. Die Unabhängigkeitsbestrebungen der sowjetischen Teilrepubliken, also die Geister, die er selbst rief, haben ihn am Ende zu Fall gebracht. 5 Jahre später versucht er bei den Präsidentschaftswahlen noch einmal auf die Beine zu kommen – am Ende kommt Gorbi auf 0,51 % der Stimmen. Autsch.

Wesentlich erfolgreicher versucht er sich auf musikalischem Terrain. Auf seine Kappe aber geht die Veröffentlichung von „Peter and the Wolf/ Wolf Tracks“. Eine Kinder CD, die er gemeinsam mit Clinton und Sophia Loren realisiert – für die er 2003 gar den Grammy bekommt.

Er gründet die Gorbatschow-Stiftung und die Umweltschutz-organisation Internationales Grünes Kreuz und ruft den Michail Gorbatschew Awards ins Leben, der seit letztem Jahr verliehen wird.

Natürlich äußert Gorbi sich bis heute immer auch gerne noch zu politischen Fragen. Über Putin sagt er: Zwei Amtszeiten als Präsident und eine als Regierungschef seien mehr als genug! Noch mehr als für ein fortschrittliches, demokratisches Russland kämpft Gorbatschow mit den Schatten seiner Vergangenheit. Denn eines hat er bis heute nie überwunden, dass er beim Fall des Eisernen Vorhangs, selbst Opfer seiner eigenen Politik wurde.

Hier der Beitrag zum Anhören:

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06.03.2012

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