Was wurde aus Ralf Wolter

Ralf Wolter als Fuzzy

Es war die Rolle seines Lebens: Als Trapper Sam Hawkins oder auch Fuzzy genannt, war er der Gefährten von Winnetou und Old Shatterhand – treu, tollpatschig und immer mit einem Spruch auf den Lippen.

Der Ruf eines kämpfenden Löwens eilte ihm voraus. Aber Sam Hawkens hatte seinen Ruhm nicht unbedingt daher, weil er so ein begnadeter Schütze war. Nein, er war eher unverwüstlich.

Als einer der Wenigen hat er das lebensgefährliche Ritual des Skalpierens überlebt. Seitdem trägt er die grau zottelige Perücke, die gerne mal vom Kopf fällt oder wenn er den Hut zum Gruße hebt.

Nach seiner Schauspielausbildung geht der gebürtige Berliner zum Kabarett. 1951 steht er das erste Mal vor der Kamera: „Die Frauen des Herrn S.“ – das Urteil im Lexikon des Internationalen Films: „ein geistig weitgehend niveauloses kabarettistisches Lustspiel.“. Sein Gebiet bleibt der Klamauk. Bis auf einige wenige gute Produktionen und einer Rolle in einem Billy Wilder Film, dreht Wolters überwiegend seichten Unterhaltungskram. Die Nachkriegszeit ist keine Zeit für schwere Stoffe.

1962 kommt dann für Ralf Wolters der Durchbruch mit der Karl May Verfilmung „Der Schatz im Silbersee“. Die Karl May Filme machen ihn berühmt. Entweder als Kuckucksuhrenvertreter Andreas Hasenpfeffer, als Osmane Hadschi Halef Omar oder eben als Fuzzy, seine Paraderolle. Insgesamt dreht er 11 Karl-May Filme.

1968 dreht er den letzten Karl May Film: Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten. Danach folgt überwiegend, sagen wir mal: Schrott. Tante Trude aus Buxtehude, Alter Kahn und junge Liebe – oder Kondom des Grauens. Ralf Wolter bleibt der Klamauk-Darsteller – ernste Rollenangebote gibt es nicht.
Es wird ruhiger um ihn.

In die Schlagzeilen gerät Ralf Wolters dann erst wieder 2002 – diese Mal aus Gründen, die leider überhaupt nicht erfreulich sind: Auf der Autobahn bei Lübeck verursacht er einen Unfall, bei dem 3 Menschen zu Tode kommen.

Heute lebt Ralf Wolters in München. Im November wird er 86 Jahre alt.

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Autor: Anna Ellger



29.03.2012

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