Daso und Mathi Weck (Foto: Zarah-Louise Roth)

Daso | Electronic Beats On Air

▷ Letzte Änderung: 2015-12-19
By Marc Augustat |
Im Radio:
15. Dezember 2015, 22-24 Uhr

Daso, geboren in Poona, Indien, stürmte schon im Alter von 5 Jahren den Mamorfloor der Diskothek seines Daddys in Hannover, um dort den Sound von Miles Davis, Hendrix und kontemporären Radiopop aufzusaugen.

Fast forward 20 Jahre später: wie aus dem Nichts erscheint sein Debüt Daybreak(My Best Friend) – gerade mal ein Jahr, nachdem er ins Epizentrum elektronischer Clubkultur Köln gezogen war. Der Maintrack der EP entwickelte sich in kürzester Zeit zu einem absoluten Peaktime-Standard und wird auch heute noch von den großen Acts gechartet. Nach diesem Big Bang war es nur eine Frage der Zeit, bis sein Talent die Aufmerksamkeit der internationalen Dance-music-Szene auf sich lenken sollte und schon bald stürzte sich das renommierte Label Spectral Sound auf den Youngster. Die darauf folgende Zusammenarbeit sollte das Debüt noch in den Schatten stellen: „Meine“ gilt heute als eine der Technohymnen seiner Zeit und avancierte zu einem Panorama Bar-Klassiker überhaupt.

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Spätestens nach seinem zweiten Smash-Hit war klar, dass das „Kind“ seinen Weg gefunden hatte. Diesen eklektischen Pfad zwischen schmissigem Italo-Disco und positiv geladenem hi-tech Trance, fein abgeschmeckt durch die Ausgewogenheit der reduzierten Dance-Entwürfe der 00er Jahre, verfolgte er mit seiner nächsten Nummer konsequent weiter: „Thujon“ von der Absinthe EP, erschienen bei Connaisseur. Der Track landete nicht nur in den Plattentaschen unzähliger DJs, er bildete auch den musikalischen Höhepunkt auf Dubfires Mixmag-CD zur Saison.

High-profile Releases wie diese machten Daso zum gefragten Kollaborator. Die Anfragen reichten von Remixaufträgen für Butch, Oliver Koletzki und Jens Friebe bis hin zu voll ausgewachsenen Studiokollabs mit Franklin de Costa, Juli Holz, Jin Choi und Pawas.

Daso etablierte sich als fester Bestandteil in der elektronischen Musikwelt. Und als es an der Zeit für den berühmten „next step“ war, entschied er sich diesen zu tun – und zog nach Berlin.

In der Hauptstadt elektronischer Dancemusik angekommen, veröffentlichte Daso seine Tracks weiterhin über absolute cutting-edge Labels. Das erste Release in seiner neuen Wahlheimat, die Why Try EP, war der Kickoff für Richard Zepezauers „Nsyde“. Das Label ist seitdem mit nur einer handvoll Maxis zum Kritikerliebling auf beiden Seiten des Atlantiks geworden. Der „Why Try“ Remix von Underground Qualitys Fred P. landete prompt auf einer weiteren Mixmag-CD – von Panorama Bar Resident Cassy – während UQ-Chef Jus-Ed es sich nicht nehmen ließ, in der Woche der Veröffentlichung seine Radiosendung mit gleich zwei Versionen des Tracks zu starten: Dasos Originalmix back-to-back mit Freds Remix.

Seit „Why Try“ erschienen Dasos Produktionen u.a. auf Florian Meindls Flash Label („Open Cage“), dem aufstrebenden Houselabel Yipiee („Miu Miu“), John Digweeds Bedrock und einem der wohl erfolgreichsten deutschen Indie-Dancelabels der Stunde: Oliver Koletzkis Stil Vor Talent.

Auch das positive Feedback seiner Kollegen blieb nicht aus: Tale of Us lizensierten „Dan Lyke“. Nico Lah,Ewan Pearson,Mike Huckeby und sogar Grossmeister Zip spielten die darrauffolgende „Immer“ EP bis die Nadeln glühten. Und von wegen Glühen, sowohl Blondish als auch Lee Burridge haben die Openair-Ballade „Awake at night“ in ihre Burning Man-Sets gebaut. Auf Lee Burridge und Mathew Dekays Label All day I Dream wird auch die nächste EP erscheinen.

Doch trotz dieser zweifellos beeindruckenden Release-Geschichte offenbart sich Dasos wahres Talent erst live im Club. Sein Set startet gefühlvoll housig, hebt plötzlich und unerwartet in eine Ravehymne ab, die wiederum in knochenharten Techno umschlägt. Crowds von Tokio bis Mexico City hat Daso schon mit diesen perfekt getimeten Stilwechseln auf seine ekstatische Reise geschickt. Das Credo ist dabei immer seine Spontaneität, das Fundament seine jahrelangen Dancefloorerfahrungen. Und dann hat dieser junge Mann auch ein ganz besonders seltenes Gut: Performerqualität auf Dandyniveau. Schwitzen mit Stil!



Die zweite Stunde – den DJ-Mix – gibt es demnächst On Demand bei Electronic Beats Radio.


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