St. Vincent am 26. Oktober 2017 im Huxley’s | Konzerte

▷ Letzte Änderung: 2017-08-26
By Marcus Latton |

St. Vincent
26. Oktober 2017, Beginn: 20 Uhr
Info, Links, Tickets: Trinity

Annie Erin Clark hat sich unter ihrem Künstlernamen St. Vincent mit bislang vier Alben eine eigene Klang- und Ästhetikwelt geschaffen. Die Musik der 34-jährigen Multi-Instrumentalistin changiert zwischen Indie- und Kammerpop, Art-Rock, Downtempo-Elektronik und einem eigenwilligen Kunstverständnis. Ebenso bedeutend wie ihr fordernder Sound sind ihre Texte, die eine außergewöhnliche Balance zwischen gelebtem Optimismus und einer mysteriös dunklen Aura verströmen.

Die in Oklahoma geborene Wahl-New Yorkerin hat einen Zugang zur Welt des persönlichen Ausdrucks gefunden, bei der Musik durch die authentische Anreicherung zahlreicher Bedeutungsebenen zu einem höchst individuellen Kunstwerk gerinnt. Denn für Annie Erin Clark ist Musik vor allem Vehikel. Eine Gelegenheit, ihre komplexen Gedanken in etwas Nachvollziehbares zu formen, ihr tiefgreifendes Gespür für Kunst zu verdichten und ihre vielschichtigen Inspirationen in Songs zu bündeln. Dieser unkonventionelle Ansatz war das Resultat ihres Studiums am renommierten Berklee College of Music.

Mit der für sie wichtigen Erkenntnis, dass Kunst dort beginne, „wo man sich frei macht von der auf der Hochschule vermittelten Raster und Quantifizierungen von künstlerischen Prozessen. So wichtig diese Maßeinheiten sind, um etwas über Kunst zu lernen, so wichtig ist es zugleich, all das wieder zu vergessen, um damit zu beginnen, wirklich Musik zu machen“. Bis heute zieht sich dieser mutige und freigeistige Gedanke durch ihre nahezu unkategorisierbare Musik, die mit jedem neuen Album in andere Dimensionen vorstößt. Damit gerät ihre Arbeit einerseits abstrakt, surreal und mysteriös, bindet die Aufmerksamkeit des Hörers aber zugleich mit kraftvollen Melodien und einer aufregenden Instrumentierung, die von barocken Tönen bis zu modernsten Sounds aus dem Computer keine Grenzen kennt.

Die Sängerin, Gitarristin, Bassistin, Keyboarderin und Theremin-Spielerin, die bereits als Teenager als Tourmanagerin für die Band ihres Onkels arbeitete, hat sich mit vier Alben einen weltweiten Fankreis erspielt, der ihrem künstlerischen Mut, in immer neue Grenzbereiche vorzustoßen, zutiefst ergeben ist. Clark, die ihren Bühnennamen dem Krankenhaus entlieh, in dem der legendäre Autor Dylan Thomas 1953 starb, sammelte ihre ersten professionellen Erfahrungen als Mitglied der Chor-ähnlichen Riesen-Band The Polyphonic Spree sowie als Tour-Gitarristin für den Songwriter Sufjan Stevens. Mit beiden Formationen reiste sie um die Welt, bevor sie nach New York zog und 2007 ihr Debütalbum Marry Me veröffentlichte. Bereits dieses Erstlingswerk galt als ungewöhnlich herausfordernd und stilistisch speziell, bescherte St. Vincent dennoch drei Nominierungen beim PLUG Independent Music Award. 2009 erschien ihr zweites Album Actor. Als Inspiration dienten ihr die klassischen Disney-Filme aus den 30ern und 40ern, verknüpft mit einem lyrischen Überbau, der darum bemüht ist, die Schönheit des Dunklen und Melancholischen auszuloten. Actor geriet zu einem kommerziell erfolgreichen Werk und notierte auf Platz 9 der amerikanischen Independent Album Charts.

Mit dem Nachfolger Strange Mercy stieg sie 2011 erstmals in die Top 20 der Billboard Charts ein. Ihre nächste Arbeit, ein Duett-Album mit dem ehemaligen Talking Heads-Frontmann David Byrne unter dem Titel Love This Giant, erschien 2012 und unterstrich, dass sie mit jedem neuen Album unbekannte klangliche Gefilde erobert. Diese hat sie mit ihrem letzten Album St. Vincent noch einmal erweitert. Auch kommerziell: Das Album stieg bis auf Platz 12 in den USA und Platz 21 in England und bescherte ihr einen Grammy in der Kategorie „Best Alternative Album“. Damit bewies sie, dass eigensinnige Kunst auch global erfolgreich sein kann. Auf dieser Basis arbeitet sie in den letzten drei Jahren an gleich mehreren sehr unterschiedlichen Projekten: Unlängst erschien ihr erster Spielfilm The Birthday Party als Teil der nur von Frauen erstellten Horror-Anthologie XX, parallel arbeitet sie an einer gewaltigen Kunst-Installation, die die verschiedenen Kunstdisziplinen aufregend miteinander verknüpft. Und am 26. Oktober kommt St. Vincent sodann für eine exklusive Show in Berlin nach Deutschland.


UPDATE: Alle Tickets wurden verlost. Danke fürs Mitmachen!

Verlosung

Wir verlosen Freikarten, wenn uns unten im Kommentarbereich verratet, was euer Lieblingsfilm ist, der in New York spielt. Die Kommentare werden moderiert, es kann also einen wenig dauern bis eure Antwort im Kommentarbereich auftaucht. Wir benachrichtigen die Gewinner*innen per Mail.

Viel Glück!

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