Foto: Pressebild VR Cinema Berlin

Virtual-Reality-Kino

▷ Letzte Änderung: 2016-04-20
By Nina [FluxFM] |

Von Virtual Reality ist ja schon gefühlt seit Ewigkeiten überall die Rede. Damit sind vor allem Vitual Reality Brillen gemeint, die man sich aufsetzt und mit denen man in ein 360 Grad erfahrbares Umfeld gesetzt wird. Aber der Kontakt mit den virtuellen Realitäten ist noch schwierig. Die Brillen, die man zum Videospielen benutzt, sind zum Beispiel einfach noch viel zu teuer für den alltäglichen Gebrauch. Jetzt rückt das Ganze jedoch ein gutes Stück näher: Denn seit dem 8. April gibt es das erste Virtual-Reality-Kino in Berlin. Unser Reporter Anton Stanislawski war bei der Eröffnung dabei.


In der Ferne stapfen riesige Elefanten auf Stelzenbeinen durch die Nacht. Gemächlich schwebe ich auf sie zu. Ich schaue mich um, rechts von mir erheben sich dunkle Türme aus dem Wüstensand, über mir der Sternenhimmel, schwarze Vögel ziehen ihre Kreise. Salvador Dalís Werke sind in 2D schon beeindruckend skurril. Wenn man durch eines seiner Werke fliegt und sich frei umschauen kann, wird es zu einem echten Drogentrip. Jip Samhoud hat das VR-Kino eröffnet und erzählt:

„Ich glaube, dass Virtual Reality die Art und Weise wie wir Medien konsumieren grundlegend verändern wird, weil man die Leute einfach in Situationen werfen kann. Und dein Gehirn erlebt es so als ob du wirklich da bist. Ich denke, das ist ein sehr mächtiges Werkzeug. Man kann sich zum Beispiel komplett neue Erzählweisen für Journalisten vorstellen, aber auch für Storytelling in Filmen. Man bekommt einfach eine riesige Anzahl neuer Möglichkeiten.“

 

Mit circa dreißig anderen Personen sitze ich in einem Raum in Berlin Mitte. Virtual-Reality-Brillen über den Augen und Kopfhörer auf den Ohren. Man wird unweigerlich an Sci-Fi-Filme wie Matrix erinnert, in denen sich Personen in andere Realitäten versetzen, während ihre bewegungslosen Körper in der echten Welt schlaff im Sessel hängen. Ich spüre zwar den Sessel, ich weiß wo ich bin, aber meine Augen und meine Ohren sind nicht in Berlin Mitte, sondern eben in einem Bild von Salvador Dalí. Oder in Amsterdam. Oder am Traumstrand. Um mich herum könnte alles Mögliche passieren, ich würde davon nichts mitbekommen. Einen Teil der Filme, die ich sehe, hat Jip Samhoud mit seinem Team selber produziert:

„Eine der größten Schwierigkeiten beim Produzieren für VR ist, dass der Zuschauer überall hinschauen kann. Das ist eine Stärke aber auch das Schwierigste für einen Regisseur, weil ich dich dazu kriegen muss in die richtige Richtung zu schauen. Wenn zum Beispiel jemand ermordet wird, will ich ja nicht, dass das hinter deinem Rücken passiert, weil du dann den Knackpunkt der Story verpasst. Oder in einem Horrorfilm will ich ja nicht, dass der Geist von vorne kommt, sondern aus allen Möglichen Richtungen, damit man sich erschreckt.“

 

Die VR-Produktion ist aufwändig und teuer, aber es entstehen schon überraschend viele Inhalte. Das VR-Kino in Berlin wird Dokumentationen zeigen, viel animierten Content, aber auch Spielfilme. Bis man sich ganze Blockbuster in Spielfilmlänge anschauen kann wird es wohl noch etwas dauern, bisher sind die Filme etwa dreißig Minuten lang. Nach einiger Zeit Rundflug durch die Welt Salvador Dalís ist mir ehrlich gesagt auch leicht übel und ich bin froh, dass die nächste Sequenz beginnt. Nach einer knappen Stunde wachen alle wieder auf aus ihren Parallelwelten. Ziemlich durch den Wind, aber auch ziemlich beeindruckt.

The VR Cinema Berlin
Molkenmarkt 2
10179 Berlin

Vorführungen immer Mittwoch bis Sonntag, 12,50€ pro Ticket

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