Tiny House in den Prinzessinnengärten
So wird das Haus einmal aussehen. Material, Fassade, Größe und Form passen sich den eigenen Wünschen an.

Ein Tiny House in den Prinzessinnengärten

▷ Letzte Änderung: 2015-09-20
By Diana Hagenberg [FluxFM] |

Wohnungssuche in Berlin – ein Albtraum für viele. Wie toll wäre es, wenn man sich einfach sein eigenes Haus bauen könnte – ohne Architekturstudium und die klassischen hohen Baukosten. Genau diese Idee verwirklicht gerade in Kreuzberg eine Gruppe junger Enthusiasten, die unsere Reporterin Zarah-Louise Roth getroffen hat – sie bauen ein Tiny House in den Prinzessinnengärten.



Zwischen jungen Bäumen und Gemüsebeeten in den Prinzessinnengärten entsteht gerade ein kleines Holzhaus. Das Besondere an diesem Haus: Jede und Jeder darf mit- und sogar nachbauen. Hendrik Raufmann ist Teil der Gruppe Wieder Wild. Sie hatten die Idee für das Tiny House, wie sie es nennen:

Wir wollten das Bauen entmystifizieren und haben dazu eingeladen, dass alle Anfänger – alle Dilettanten im Prinzip – zum ersten Mal gemeinsam ein Häuschen bauen können.

Gemeinsam haben sie den Rohbau jetzt fertig gestellt. Das Haus hat 25 Quadratmeter, kann aber individuell angepasst werden. Es bietet Platz für zwei Leute, hat eine Küche, einen Ofen, eine Dusche und im besten Fall auch ein Solardach.

Es basiert alles auf einem modularen System, 2,50 x 1,25 Meter. Das ist so eine Standardgröße aus dem Baumarkt. Die kann man dann nutzen und kann daraus ohne Verschnitt sein eigenes Häuschen zusammenstecken.

Tiny House Module

Tiny House Module

Die Baukosten liegen bei etwa 10.000 Euro ohne Innenausbau – wenn man neu gekauftes Holz verbaut. In Berlin sind Hendrik und seine Freunde die ersten, die ein Haus zum Mitbauen bauen. In den USA kam der Tiny Haus Trend schon 2007 mit der Immobilienkrise auf. Dort werden die Häuschen allerdings auf Autoanhänger gebaut, was hierzulande rechtlich schwierig ist, sagt Hendrik Raufmann:

In Deutschland muss ja alles immer geregelt und im Recht sein. Bei den Tiny Houses bietet es sich an, auf Rädern zu bauen. So wie bei Bauwagen, kennt man ja. Man ist dann aber auf Straßenmaße beschränkt. Und wir haben uns dazu entschlossen, dass unser Haus modular auf- und abgebaut werden können soll. Das heißt, man kann alle möglichen Grundrissgrößen bauen und man kann es am Ende wieder abbauen und mitnehmen.

… Und umziehen wie eine Schnecke: Mit Haus im Gepäck. Ein weiterer Unterschied zu den amerikanischen Tiny Houses: Die Baupläne sind hier für alle frei zugänglich. Im Frühjahr 2016 ist eine Open Source Ausstellung im geplant. Das nächste Tiny House soll in Portugal entstehen. Und dort wird es dann eine Art Summer School für Häuslebauer geben – ab Frühjahr 2016 geht es los:

Wir suchen jetzt ein Grundstück, ein Ort, wo wir das machen können. Es soll eine Art Zentrum für weitere Workshops werden, und da wollen wir dann so richtig in die Tiefe gehen. Leuten 1- bis 2-wöchige Workshops anbieten, zum Thema Materialien und Werkzeuge. Dann könnte man mit denen individuelle Grundrisse gestalten. Und Baurecht wäre auch noch ein spannendes Thema.

Bei Wieder Wild findet ihr alle Infos zum Berliner Tiny House und über die geplanten Workshops in Portugal. Für ein paar Hundert Euro könnt ihr dann das Häuslebauen lernen.

Die Prinzessinnengärten wollen das Tiny House als Workshop Raum nutzen. Ihr könnt es euch also anschauen oder aktuell noch beim Innenausbau helfen.

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