Die Beatles auf dem Cover von "Revolver" mit Melanie Harrison und Heiko Lennon (Bild: Photoshop-Ass Nina Maul)
Die Beatles auf dem Cover von "Revolver" mit Melanie Harrison und Heiko Lennon (Bild: Photoshop-Ass Nina Maul)

The Beatles – Revolver | Das große Ganze

▷ Letzte Änderung: 2016-08-04
By Fabian [FluxFM] |
Im Radio:
06. August 2016, 18 Uhr
07. August 2016, 22 Uhr
08. August 2016, 19 Uhr

Manche Alben sind so wichtig, dass man sie einfach mal am Stück hören muss. FluxFM widmet sich in Das große Ganze den Platten, die jeder im Schrank hat und die wir einfach mal zusammen hören wollen. Den Platten, die bahnbrechend waren, den Debütalben großer Bands und vergessenen Scheiben. Wir spielen sie von vorne bis hinten und zwischendurch erfahrt ihr alles, was ihr über den jeweiligen Langspieler wissen müsst. Diesmal beschäftigen wir uns mit:

The Beatles – Revolver

91Xu4i4p+eL._SL1428_Revolver, das hat nichts mit Pistolen zu tun (siehe auch: Happiness Is A Warm Gun). Das gleichnamige Album der Beatles aus dem Jahr 1966 heißt so, weil es sich drehen soll, kommt vom Verb to revolve, sich um sich selbst drehen – wie es Schallplatten eben tun.

Als das fünfte Beatles-Album vor ziemlich genau 50 Jahren erscheint, ist die Rock-Musik gerade auf ihrem Höhepunkt. Überall experimentieren Bands mit neuen Sounds, gerade eben ist Pet Sounds von den Beach Boys erschienen, das neue Maßstäbe in dem setzt, was Alben als Kunstform sein können. Die Beatles haben diese Welle angestoßen und natürlich wollen sie auch weiterhin an vorderster Front auf ihr mitschwimmen. Mit Revolver markiert das Quartett seine Vormachtposition im Pop unmissverständlich.

Während der Vorgänger Rubber Soul von John Lennon stets als ihr Pot-Album bezeichnet wurde, nennt er Revolver das Acid Album. Tatsächlich haben er und George Harrison die bewusstseinserweiternde Wirkung von LSD für sich entdeckt, auch Ringo lässt sich von der Volksdroge der Sechziger inspirieren. Nur Paul McCartney bleibt lieber beim Marihuana. Außerdem haben die vier Liverpooler gerade ihren berühmten Trip nach Indien hinter sich. Besonders George bringt die Lehren und Klänge des Landes mit nach Hause.

Beide Erfahrungen sind unüberhörbar. Die spacigen Sounds, die Sitareinsätze, rückwärtsgespielte Soli, gegeneinander laufende Gitarrenriffs. Revolver verbindet alle Stile, die es in die Finger kriegen kann und deutet auf kommende hin. Anleihen von Motown-Sounds, Punk Rock, der elektronischen Musik, die erst einige Jahre später aufkommen sollte, Weltmusik, Psychedelia, Acid Rock sind hier zu finden.

Gleichzeitig deutet die Platte einen Bruch im Schaffen der Band an. John Lennon interessiert sich 1966 eigentlich schon gar nicht mehr für sein Dasein als Beatle, er strebt nach Höherem. Paul McCartney übernimmt als Hauptsongwriter, während Harrison seine Ambitionen als Komponist ausbaut. Auch die Veränderung der Bedeutung des Albums von der bloßen Ansammlung von Singles zum zusammenhängenden Tonträger lässt sich hier sehr gut beobachten.

Ob die Beatles die Lorbeeren wert sind, die sie auch heute noch und wahrscheinlich für immer innehaben, ob Revolver ihr bestes Album ist und ob Liverpool den besten Flughafenslogan der Welt hat, klären wir in dieser Ausgabe von FluxFM Das große Ganze.

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